Scroll

lesbare Sitzgelegenheit – sitzbare Lesegelegenheit

Ein Stück der Regensburger Altstadt neu zu beleben, war das Ziel dieser Aufgabe. Das Ergebnis ist ein Konzept für ein interaktives Monument in der Mitte des Regensburger Kassiansplatzes. Beweglich gelagerte Betonrollen fungieren als ausgefallene Sitzgelegenheit, die durch ihre Beweglichkeit zur Interaktion auffordert. Dies ist im doppelten Wortsinn zu verstehen: Einerseits wird der Passant immer wieder abrutschen und muss deshalb erfindungsreich bei der Wahl der richtigen Sitzposition sein.

Andererseits ist hier aber auch die Möglichkeit der geistigen Interaktion gegeben.

Wie auch schon im Projekt Kuro verwende ich hier das archaische Werkzeug der Rolle, um die Brücke zwischen Tradition und Moderne zu schlagen: Wie von Gebetsmühlen und Schriftrollen bekannt, sind Texte in die Rollen sandgestrahlt, die zum Lesen und Verweilen einladen und dabei ein monumentales Pendant zum digitalen „Scrollen“ schaffen.

Nicht aber stadthistorische Erläuterungen erwarten hier den Leser, sondern Märchen aus allen Kulturkreisen, einst in mündlicher Tradition gewachsen und somit tiefster Ausdruck menschlichen Zusammenseins.


Semesterarbeit im Fach Design und Gesellschaft, Sommersemester 2014